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Ismail Ertug
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Umweltpolitik stärkt die Regionen

"Der Schutz unserer Umwelt und die Erhaltung der Natur und damit die Sicherung des gemeinsamen Lebensraumes sind zu einer zentralen Aufgabe Europas geworden. Europa — in dem die Industrielle Revolution begonnen hat — muss in der Umweltpolitik vorbildlich handeln und Initiativen ergreifen, damit durch weltweites Zusammenwirken die Erde auch für unsere Kinder lebenswert bleibt."


[Charta der Europäischen Identität – Beschlossen in Lübeck am 28. Oktober 1995
vom 41. Ordentlichen Kongress der Europa-Union Deutschland]


Mit liberal-europäischer Skepsis blickten wir im Sommer 2008 nach Peking und empörten uns über die Diskrepanz zwischen dem zur Schau gestellten Pomp der chinesischen Staatsführung bei der Inszenierung der Olympischen Spiele und der fortgesetzten Verletzung der Menschenrechte.
Das alles ist vergessen, wenn wir anschließend im Schlussverkauf einen Sportschuh, eine Creme oder ein Kleid „Made in China“ ergattern. Was schert uns dann noch der Hungerlohn, die miserablen Arbeitsbedingungen, der Einsatz von Kindern als Billigarbeiter, die Verschwendung von Ressourcen bei der Herstellung und dem Import der Waren?


Es ist Zeit, unsere eigene Diskrepanz im Verhalten zu erkennen und anstelle des erhobenen Zeigefingers Verantwortung vorzuleben.
Ohne uns Konsumenten wird kein einziger Tropenholzbaum gefällt, kein Lebensraum aussterbender Tierarten vernichtet, keine Lebensgrundlage von Menschen in Entwicklungsländern zerstört, keine Migration erzwungen – es ist unsere Entscheidung, unsere Verantwortung, aber nicht nur unsere Zukunft, sondern die des gesamten Globus.


Als Mitglied von Greenpeace ist mir der Erhalt der biologischen Vielfalt und der natürlichen Lebensräume ein zentrales Anliegen. Ich möchte mich im Europäischen Parlament vehement dafür einsetzen, eine nachhaltige Wirtschafts-, Umweltund Entwicklungshilfepolitik auf die Agenda zu setzen.
Dabei muss die EU als innovativer Vorreiter beweisen, dass Ökologie nicht nur ein Thema in Zeiten ökonomischer Sonnentage ist.
Weil ich die Jahrhundertkatastrophe von Tschernobyl noch nicht vergessen habe, weil Uran begrenzt und die Endlagerung der Brennstäbe ungeklärt ist, kann die Atomenergie keine Alternative sein.


Konsequente Energiesparmaßnahmen, der Einsatz modernster Filtertechnologie und der forcierte Ausbau regenerativer Energien ist die richtige Antwort auf den weltweiten Energiehunger in Zeiten knapper Ressourcen. Meine Idee eines umweltbewussten Europas ist die Unterstützung regionaler Wirtschaftsräume, die eine nachhaltige, wohnortnahe Produktion, die Vermeidung von Verkehr, den Aufbau von Arbeitsplätzen in Handwerk und Einzelhandel gewährleisten – und damit eine ganzheitliche Umweltpolitik, die immer auch die Chancengleichheit aller Menschen im Auge hat. Eine EU, die solches leistet, gewinnt auch vor Ort Sympathien.
 

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