Pressebericht

Bahn frei für die Kreativen

Für die einen ist es eine Art Stammtisch für 70 000 Euro, für die anderen ein hervorragendes Instrument für die Vernetzung und Darstellung der Amberger Kreativ-Wirtschaft. Das EU-Projekt StimulART sorgt am Donnerstag im Hauptausschuss für neugierige Fragen.

Amberg. (ass) Die Suche nach dem Ursprung von StimulART führt nach Ungarn. In Jászberény, einem 26 000-Einwohner-Städtchen 75 Kilometer östlich von Budapest, entstand die Idee, mit einem europaweiten Projekt die Aktivitäten von städtischer Kulturpolitik und den Kreativindustrien vor Ort stärker zusammen zu bringen. Jászberény sucht nun eine geeignete Stadt in Bayern, in der das Thema CCI (Cultural and Creative Industries - Kultur- und Kreativwirtschaft) einen wichtigen Stellenwert einnimmt.

Für Kulturreferent Wolfgang Dersch stand sofort fest, dass diese Stadt Amberg sein muss. Dabei ist ihm aber wichtig: "Wir dürfen nicht immer nur an die althergebrachte Kultur denken." Fotografen, Goldschmiede, kreative Werbeagenturen oder der Bereich "Games" gehören für ihn ebenso dazu. Und gerade in diesen Spektren sei Amberg sehr stark aufgestellt. Laut Projekt-Ausschreibung setzt sich der Bereich CCI aus elf Teilbereichen zusammen: Buchmarkt, Kunstmarkt, Rundfunkwirtschaft, Filmwirtschaft, Musikwirtschaft, Designwirtschaft, Markt für Darstellende Künste, Architekturmarkt, Software- und Games-Industrie, Werbemarkt und Pressemarkt.

Aufgabe der Stadt Amberg in diesem Projekt werde es vor allem sein, eine digitale Plattform zu erstellen, auf der sich diese Kreativwirtschaft aus Amberg und den anderen Teilnehmerländern für alle sichtbar darstellen kann. Denn in der schlechten Wahrnehmbarkeit der Kreativen besteht laut Dersch ein Grund, warum das EU-Projekt gestartet worden ist - und warum sich Amberg dafür interessiert. Partner von Amberg würden neben Jászberény auch noch Kamnik in Slowenien, die Stadt Vittorio Veneto in Italien, Naumburg an der Saale, die Universität Regensburg und andere sein.

Die Laufweit für StimulART soll nach der Aussage von Wolfgang Dersch 36 Monate betragen, die Förderquote für die westlichen Teilnehmer liegt bei 80 Prozent, für die Osteuropäer soll sei 85 Prozent betragen. Insgesamt setzt die beteiligte Beratungsfirma GrantsEurope aus Budapest fast 2,7 Millionen Euro für das Projekt an. Daran wäre Amberg mit 13,24 Prozent oder 352 270 Euro beteiligt. Abzüglich der EU-Förderung müsste die Stadt auf drei Jahre verteilt knapp 70 000 Euro aufbringen.

"Solche Projekte haben nicht immer eine Erfolgsgarantie", zeigte sich Wolfgang Dersch am Donnerstag im Hauptausschuss vorsichtig. Aber am Ende sei StimulART eine Art Wirtschaftsförderung zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühl der kreativen Wirtschaft - und damit auf jeden Fall positiv. "Das Büro von Ismail Ertug wird uns jedenfalls nach Kräften unterstützen", schürte der Kulturreferent vorsichtigen Optimismus, dass Amberg den Zuschlag erhält. Das sah der Ausschuss auch so und stimmte einstimmig dafür, die Bewerbungsunterlagen loszuschicken.

 

Quelle: Onetz.de am 19.01.2018

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