Pressebericht

Debatte ums Tempolimit: Freie Fahrt oder lieber mehr Sicherheit?

In Ostbayern gibt es Autobahnen, auf denen man noch Vollgas geben darf. Auch wenn die Bundesregierung einem allgemeinen Tempolimit auf Autobahnen eine klare Absage erteilt hat: In Ostbayern geht die Diskussion weiter.

Von Malcolm Ohanwe

Dass es auf Abschnitten der A93 Weiden-Regensburg, der A92 zwischen Deggendorf-Landshut sowie auf der A3 keine Geschwindigkeitsbegrenzung gibt, ruft gemischte Reaktionen hervor. Während die Bundesregierung einem generellen Tempolimit eine klare Absage erteilt hat, geht die Diskussion in der Gesellschaft weiter.

Kein Unterschied bei Unfallzahlen

Gegen das Limit spreche, dass Autobahnen ohne Tempolimit ohnehin ziemlich sicher sind, sagt Alexander Kreipl vom ADAC Süd- und Ostbayern. Beim Vergleich der Unfallzahlen auf unlimitierten Abschnitten mit solchen, auf denen man 120/130 km/h fahren darf, ließe sich feststellen, dass Geschwindigkeitsunfälle im unlimitierten Bereich nicht auffälliger sind. Außerdem gebe es einige Länder mit Autobahnlimit, die schwerere und mehr Unfälle aufweisen, wie zum Beispiel Italien, erklärt Kreipl.

Stufenweises Tempolimit?

Anders sieht das der Amberger EU-Abgeordnete Ismail Ertug. Es gebe viele EU-Länder wie Schweden, Polen, Finnland oder Tschechien mit Tempolimit, in denen weniger Menschen Unfälle bauen oder sogar sterben, sagt der SPD-Politiker. Er hält Autobahnen mit Tempolimit für sicherer und setzt sich auch aus Umweltschutzgründen dafür ein. Außerdem ist Ertug bereit, Kompromisse einzugehen.

Gerade weil das Thema in Deutschland emotional diskutiert wird, könnte man also eine stufenweise Absenkung vollziehen, schlägt Ertug vor. Man könne mit 160 km/h beginnen und das Limit dann kontinuierlich auf 130 km/h verringern.

"Rasen tötet"

Auch der Rettungsdienstleiter Sebastian Langer vom Bayerischen Roten Kreuz in Regensburg teilt den Wunsch nach einem Tempolimit. Bei ihm landen häufig Schwerverletzte oder sogar Tote, auch weil sie auf der Autobahn zu schnell unterwegs waren. Im Alltag sei der Rettungsdienst häufig mit schweren Verkehrsunfällen konfrontiert, sagt Langer.

"Dass Rasen tötet an sich ist ja keine neue Erkenntnis, von daher müssen wir im Sinne der Prävention uns Lösungen überlegen, und da zählt eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit hinzu." Sebastian Langer

Vorerst scheinen die Befürworter eines Tempolimits verloren zu haben. Ihr einziger Trost: 30 Prozent der deutschen Autobahnen sind schon jetzt mit einem Tempolimit von bis zu 130 km/h reguliert.

 

Radiobeitrag unter: www.br.de vom 30.01.2019

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