Pressebericht

Die neue SPD-Ortsvereinsvorsitzende Bettina Moser im Interview

Frau Moser, Sie sind die erste Frau an der Spitze des SPD-Ortsvereins in seiner 100-jährigen Geschichte. Welche Bedeutung hat dieses Ereignis für Sie?

BettinaMoser: Zunächst einmal freue ich mich ganz persönlich, dass die Mitglieder, die mich gewählt haben, mir einen so großen Vertrauensvorschuss geben und auch fest daran glauben, dass den Ortsverein eine Frau führen kann. Für mich bedeutet es zunächst, dieses Vertrauen nicht zu verspielen und mich mit aller Kraft auf meine neue Aufgabe zu stürzen.

Ihre Wahl fällt auch mit dem Jubiläum „100 Jahre Frauenwahlrecht“ zusammen. Für Sie mehr als ein Schritt hin zu mehr Gleichberechtigung?

In unserem Ortsverein wurde die Gleichberechtigung schon immer groß geschrieben und gelebt. Es ist deshalb kein Schritt hin zu mehr Gleichberechtigung, sondern zu mehr gelebter Gleichberechtigung.

Frauenrechte sind Grundrechte der Demokratie. Populistische Extremisten wollen Gleichstellung abschaffen. Wie treten Sie solchen Bestrebungen entgegen?

Ganz einfach: Wir Frauen – und damit meine ich nicht nur mich – zeigen allen, dass wir es auch können.

Sie treten im Ortsverein in große Fußstapfen. Was werden Sie von IhrenVorgängern übernehmen, wo setzen Sie eigene Akzente?

 Da unser Ortsverein bisher ja in den besten Händen war, werden wir vieles übernehmen. Ich betone nämlich, dass ich kein Alleinherrscher sein will, sondernwir weiterhin gemeinsam arbeiten möchten. Allerdings ergeben sich durch die Verjüngung im Vorstand vielleicht doch einige neue Gesichtspunkte, die es lohnt, einmal auszuprobieren. Eigene Akzente möchte ich vor allem in der Zusammenarbeit mit unseren Arbeitsgemeinschaften setzen und meine Reden kurz, aber inhaltsreich halten.

Wie kamen Sie zur Sozialdemokratie und wie wollen Sie dieser politischen Einstellung wieder zu mehr Stärke verhelfen?

Bereits von Kindesbeinen an wurde ich durch Opa und Oma sowie meinen Eltern mit der Sozialdemokratie vertraut gemacht. Schon als Kind habe ich mit plakatiert und war auf Demonstrationen dabei, wie etwa für den Erhalt der Maxhütte. Zu mehr Stärke kann ich der Partei alleine nicht verhelfen, wir müssen auf die Menschen zugehen und ihnen klar machen, was wir – trotz Groko – alles erreicht haben und nicht immer das verbreiten, was wir alles nicht geschafft haben. In meiner Antrittsrede habe ich gesagt, dass es wichtig ist, dass wir uns wieder auf unsere alten Werte konzentrieren und zeigen, dass wir eine Volkspartei und für die breite Masse der Bevölkerung da sind.

 Am 8. und 9. März wird der Internationale Frauentag in Sulzbach- Rosenberg gefeiert. Unter anderem läuft dabei der Kinofilm Suffragette. Würden Sie genauso wie die englischen Aktivistinnen für Frauenrechte auf die Straße gehen?

Ja, das würde ich. Nicht nur für die Frauenrechte, ich tue es auch für alles andere, was mir wichtig ist, wie etwa die Grundrechte in der Demokratie.

Welche Maßnahmen und Projekte stehen bei Ihnen ganz oben auf dem persönlichen Arbeitsplan?

Meine Tätigkeit im Stadtrat steht immer ganz oben. Ansonsten kommt zunächst die Veranstaltung der AsF zum Frauentag und unser Jahresempfang mit Ismail Ertug. Danach bereiten wir uns intensiv auf den Kommunalwahlkampf vor. (oy)

 

Quelle: AZ vom 28.02.2019

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