Pressebericht

Drei Ja für Nahles

Als Andrea Nahles im August 2007 Amberg besucht, steht die Bundestagsabgeordnete kurz vor der Wahl zur stellvertretenden SPD-Vorsitzenden. Sie verteilt Komplimente an die Riege junger sozialdemokratischer Amtsträger, die sie in der Stadt empfängt. Aber nicht nur deshalb hat sie heute deren Unterstützung.

Amberg. (ll) „Ich bin nicht immer so von jungen Männern umgeben, wenn ich in die Region fahre“, sagte die damals 37-Jährige. „Aber es ist schön, dass das Gesicht der SPD sich verjüngt, auch in Amberg.“ Das galt Florian Fuchs, dem Vorsitzenden der Stadtratsfraktion, Ismail Ertug und Uli Hübner. Heute sind die 48, 42 und 37 Jahre alt; Fuchs hat zwei OBKandidaturen hinter sich, Ertug ist Europaabgeordneter, Hübner stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Stadtrat. Alle drei halten Andrea Nahles für fähig, die SPD zu führen. „Momentan gibt es fast keine andere Lösungsmöglichkeit, wenn man das Ganze zukunftswirksam aufstellen will“, spitzt es Fuchs sogar zu. Die aktuelle Fraktionsvorsitzende im Bundestag kenne die Partei von der Pike auf, sie könne mitreißen, aber auch einschätzen, was im Politikbetrieb realistisch sei und was nicht. Das manchmal etwas lose Mundwerk von Nahles ist Fuchs lieber als „das immer gleiche und weichgespülte Politikersprech“.

Uli Hübner findet den Generationswechsel an der Parteispitze grundsätzlich richtig. Nahles erreiche die Basis besser und könne dort viel eher Begeisterung hervorrufen als zuletzt Martin Schulz. Sie habe zudem bewiesen, dass sie auf einem Parteitag das Ruder herumreißen könne. „Aus meiner Sicht war sie schon die heimliche Parteivorsitzende.“ Ertug („natürlich ist sie die Richtige“) betont, dass Nahles nicht die Politikerin vom linken Rand sei, für die man sie gelegentlich noch halte. „Sie hat sich mit dem neoliberalen Mainstream arrangiert.“ Wenn sie sich mal etwas flapsig äußere, stoße das zwar womöglich Außenstehende vor den Kopf, die in einem solchen Amt mehr Ernsthaftigkeit erwarteten. Doch Ertug findet: „Es ist wichtiger, was man macht, als ob man hin und wieder einen Scherz loslässt.“ Nahles hat diese bayerische Vorliebe für deutliche Aussprache schon 2007 erkannt: „Hier ist die Lust auf rhetorisch Kräftiges deutlich stärker, da nimmt auch keiner Anstoß dran.“

 

Quelle: AZ am 09.02.2018

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