Pressebericht

Europa lebt und wird weiter geliebt

Teilnehmer waren begeistert von Sitzungen mit “viel Inhalt”. Abschied mit Blasmusik, Pfingstrittfanfaren und Wunschbändern für Europa I So harmonisch, wie es am Donnerstagabend begonnen hatte, endete am Samstag mit der großen “Farewell Party” im Postsaal das 42. Douzelage-Treffen, bei dem zum dritten Mal die Stadt Bad Kötzting Gastgeber war. “Ein wundervoller Gastgeber”, bestätigte nicht nur die Führungsspitze der Douzelage. In dieser Beurteilung war sich die große Mehrheit der Teilnehmer einig.

Von Alois Dachs

Es ging allerdings am Freitag und Samstag nicht nur um Gastfreundschaft und “bayerntypische” Bewirtung, die bei den Besuchern bestens ankam. Neben den Erwachsenen befassten sich auch die knapp 50 Jugendlichen, die an den Workshops, dem Youth Meeting mit Simona und Caterina Gogeißl und dem Education Meeting unter Leitung von Hans-Peter Jobst (Realschule) und Simon Hasenbauer (Benedikt-Stattler-Gymnasium) teilnahmen, intensiv mit dem Flüchtlingsproblem in Europa.

Wer kann Fluchtgründe mindern?

Während sich unter den Jugendlichen ganz unterschiedliche Meinungen herauskristallisierten, weil Vertreter aus Partnerstädten, die schon Flüchtlinge aufgenommen haben, gegen noch mehr Aufnahmen waren und andere eher für eine “Willkommenskultur” stimmten, ging es beim General Meeting um viele Fakten zum Flüchtlingsstrom.

Der Europaparlamentarier Ismail Ertug (SPD) erläuterte in der Diskussion die Grundlagen für den Verteilungsschlüssel der Flüchtlinge, die überwiegend aus Kriegsgebieten in Syrien, dem Irak, aus Afghanisatan und afrikanischen Ländern kommen. Vor allem die Vertreter der Stadt Marsaskala in Malta krisitierten, dass ihr Heimatland und Italien weitgehend mit dem Flüchtlingsproblem im Mittelmeerraum allein gelassen würden. Sie forderten koordinierte militärische Kontrolleinsätze der EU-Länder, denn die Frontex-Einsätze im Mittelmeer erstreckten sich nur über fünf Monate im Jahr.

Die große Mehrheit der Teilnehmer forderte konkrete Maßnahmen - “für Diskussionen ist keine Zeit mehr” - um die Fluchtgründe in den afrikanischen Ländern und im syrischen Kriegsgebiet zu reduzieren. “Die EU hat genug Geld”, merkte Ismail Ertug an, aber alle waren sich einig, dass Geldgeschenke an korrupte Staaten in Afrika die Probleme ebenso wenig lösen, wie Joint-Venture-Projekte mit Entwicklungsländern.

Nicht nur Problem Europas

Die Flüchtlingsbewegungen seien längst ein weltweites Übel, keineswegs nur ein Problem Europas, waren sich die Teilnehmer einig.

Beim General Meeting ging es auch um interne Politik, vor allem um den Brexit. Der frühere Douzelage-Vizepräsident Mike Balfour aus Sherborne merkte dazu an, seiner Meinung nach brauche die EU-Politik eine Erneuerung. Es könne nicht nur um Wirtschaftsbeziehungen zwischen den Mitgliedsstaaten gehen, sondern die gemeinsamen Interessen Europas müssten auch in kulturellen und politischen Fragen zum Ausdruck kommen. So hätten zum Beispiel viele Partnerstädte auch damit zu kämpfen, dass gut ausgebildete junge Leute in Regionen abwandern, wo ihnen bessere Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten geboten werden.

Gründungsmitglieder im Blickpunkt

Beim Abschiedsabend am Samstag standen auch “Männer und Frauen der ersten Stunde” mit im Blickpunkt. Bei der Douzelage-Gründung 1991 waren unter anderem aus Bad Kötzting Bürgermeister Theo Zellner, sein Stellvertreter Hermann Kumpfmüller und der spätere Vizepräsident der Douzelage, Günther Pecher, beteiligt. Aber auch Karel und Manna Majoor aus Meerssen (Niederlande), Donatella Gondolla aus Bellagio (Italien), Joe McNalty aus Bundoran (Irland) und Alphonse Horaz aus Houffalize (Belgien) arbeiten immer noch gerne bei den Treffen mit.

Beim gemeinsamen Abendessen im Postsaal spielte die Blaskapelle Weißenregen “übers Mahl”, danach präsentierten Trommel- und Volkstanz-Workshops die Resultate ihrer Arbeit, ehe schließlich DJ Alex nach der Übergabe der Gastgeschenke zum Tanz flotte Musik auflegte.

Quelle: MZ am 15.05.2017

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