Pressebericht

Gemeinsam für Arbeitnehmer kämpfen

Die Lage der Grammer AG war Thema bei der Maikundgebung des DGB Amberg. Viel wurde erreicht, aber es ist noch viel zu tun. I Amberg. Strahlender Sonnenschein begleitete die große Maikundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Amberg. Flagge zeigten rund 450 Betriebsmitglieder der Firma Grammer. Von der Konzernzentrale bis zum Multifunktionsplatz am Bahnhof konnte man die Trillerpfeifen hören – und auf den Plakaten wiesen sie hin auf die große Sorge, dass der Investor Hastor das Oberpfälzer Unternehmen übernehmen könnte. Die Belegschaft will sich mit aller Macht dagegen wehren – das wurde deutlich.

Vom Bahnhof ging es dann mit weiteren Gewerkschaftern im Zug zum Marktplatz und dann weiter zum Schrannenplatz, wo Tacheles gesprochen wurde. Dort eröffnete die Musikkapelle Haselmühl-Kümmersbruck, die auch den Zug angeführt hatte, die Maikundgebung musikalisch. Der stellvertretende Stadtverbandsvorsitzende des DGB, Werner Fick, hieß Gäste willkommen, unter denen sich auch Ambergs 3. Bürgermeisterin Brigitte Netta sowie der Europaabgeordnete Ismail Ertug (beide SPD) befanden.

Rückzug von Grammer-Kunden

Der Betriebsratsvorsitzende der Grammer AG, Lars Roder, machte deutlich, wie umstritten Hastor in der Automobilbranche sei. Einem Unternehmen sei nicht allein durch maximale Gewinnoptimierung gedient, gab er zu bedenken. Und er sagte, schon jetzt hätten Grammer-Kunden erklärt, dass man die Geschäftsbeziehungen nicht mehr beibehalten, geschweige denn ausbauen wolle, wenn Hastor bestimme. Keine Aufträge heiße aber, dass es keine Weiterentwicklung in Deutschland, Europa und weltweit gebe. Roder rief schon dazu auf, bei der Hauptversammlung am 24. Mai erneut Flagge zu zeigen.

Zeichen der Solidarität

Danke

Lars Roder, der Betriebsratsvorsitzende der Grammer AG, dankte allen, die zu der Maikundgebung des DGB gekommen waren, für diese starke und wichtige Hilfe in schwierigen Zeiten, wehrt sich das Oberpfälzer Unternehmen doch gegen die Übernahme durch die Investorenfamilie Hastor.

Gäste bis aus Tschechien

Nicht nur Mitglieder von den verschiedensten Gewerkschaften aus der Region zeigten mit ihrer Anwesenheit ihre Unterstützung für die Beschäftigten von Grammer. Sogar aus Tschechien waren Gewerkschafter gekommen. Der DGB sprach in seiner Bilanz von insgesamt rund 850 Teilnehmern bei der Maikundgebung. (ack)

Für eine faire Globalisierung

Rainer Reißfelder aus Regensburg, der Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), war der Hauptredner bei der Kundgebung. Er unterstrich die Leistungen und Ziele der Gewerkschaft: Einsatz für die Demokratie und gegen Rechts, ferner sichere und gute Arbeit in der Zukunft, soziale Sicherheit und soziale Gerechtigkeit. Wichtig seien auch Zukunftsinvestitionen in einem handlungsfähigen Staat. „Wir stehen hinter Europa und sind für eine faire Globalisierung“, sagte Reißfelder.

Ohne die Gewerkschaften hätte es keine Sicherheit im Arbeitsalltag gegeben. Viel sei in den vergangenen 125 Jahren durch die freien Gewerkschaften erreicht worden. „Wir kämpfen für die Beschäftigten, für das Wohl der arbeitenden Menschen“ – und dies finde Niederschlag im diesjährigen Motto „Wir sind viele, wir sind eins!“.

Ein Problem: gleiche Bezahlung

Mit sechs Millionen Mitgliedern würden die Gewerkschaften täglich für die Interessen der Arbeitnehmer kämpfen. „Wir stehen für die demokratische Mehrheit im Staat und treten für den Zusammenhalt von Deutschland und Europa ein. Wir treten für den Rechtsstaat ein. Es müssen für alle die gleichen Regeln gelten, ob Flüchtling oder nicht“, machte Reißfelder deutlich.

Besonders würden sich die Gewerkschaften jetzt auch stark machen gegen den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen. Erste gesetzliche Regulierungen würden Hoffnung machen, sagte der Redner.

All die Erfolge hätte es ohne die Arbeitnehmer nicht gegeben. Doch es gebe noch viel zu tun, etwa gleicher Lohn und gleiche Arbeitsbedingungen bei gleicher Arbeit. Die gleiche Bezahlung für Frauen bezeichnete Reißfelder als eine Herausforderung.

Und er führte an, fünf Millionen Arbeitnehmer hätten nur Minijobs und könnten nicht davon Leben. Da müsse noch viel getan werden, denn da gebe es keine Absicherung wie etwa Lohnfortzahlung in Krankheitsfall.

Auch im Bereich der sozialen Sicherheit müsse es heißen: Ob alt, ob jung, ob Niedrig- oder Besserverdiener – es müsse der Grundsatz gelten: „Die gesetzliche Rente bietet Schutz gegen Armut im Alter.“ Gemeinsam sei es zu schaffen, zeigte sich Reißfelder überzeugt. „Wir sind viele, wir sind eins!“ – das bedeute, alle tragen Verantwortung für unseren Staat. (ack)

Quelle: Mittelbayerische.de am 02.05.2017

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