Pressebericht

Kämpfen für das vereinte Europa

Seit zehn Jahren darf sich die Berufsschule in Weiden Europa-Berufsschule nennen. Das Jubiläum wurde nun am Europatag 2018 gebührend gefeiert.

Von Siegfried Bühner

„Europa ist ein einzigartiges Friedensprojekt“. Mit diesem Satz begrüßte Schuldirektor Josef Weilhammer zum Europatag 2018 seiner Schule die Schüler und Ehrengäste. Auch zwei Europaabgeordnete waren gekommen. An diesem Tag wurde die Einheit Europas gewürdigt. Dabei ging es manchmal auch emotional zu. Zum Beispiel, als Berufsschüler Omar aus Syrien sagte: „Ich komme aus Homs in Syrien. Dort herrscht Krieg. Meine Eltern wollten nicht, dass ich sterbe. Deswegen bin ich hierher nach Europa gekommen. Hier herrscht Frieden. Tun Sie bitte alles dafür, dass es so bleibt.“

Auch in den anderen Ansprachen wurde der hohe Wert der Einheit Europas hervorgehoben. Albert Deß, Mitglied des Europäischen Parlaments, sagte: „Ich zähle zu der ersten Generation in Deutschland, die ihren 70. Geburtstag feiern durfte ohne, dass im Leben gegen den Nachbarn gekämpft wurde“. Europa sei ein Provisorium, so Deß, „um das uns die ganze Welt beneidet“. Ähnliches drückte auch sein Kollege aus dem Europäischen Parlament Ismail Ertug aus. „Es ist ein Geschenk in Europa leben zu dürfen“. Seine Meinung zu sagen, ohne dass man verhaftet wird, sei keine Selbstverständlichkeit.

Noch deutlicher wurde Bürgermeister Lothar Höher, der die Schüler bat, den Frieden in Europa nicht für selbstverständlich anzusehen. Dann erinnerte er an die Zeit vor 1945, als er sagte: „Ihr seid junge Leute. Vor 80 Jahren hättet ihr hier in Uniform gesessen“. Für Höher kann der Frieden nur bewahrt werden, wenn Europa zusammenarbeitet.

In einer Podiumsdiskussion wurde dann das Thema Europa vertieft. Es ging um die Themen Brexit, Flüchtlingskrise, Umweltschutz, Dieselfahrverbot, Digitalisierung und Besteuerung internationaler Konzerne und Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Zum Thema Flüchtlinge meinte Deß: „Wenn die fünf Millionen gerecht auf Europa verteilt würden, müsste jedes Land nur ein Prozent seiner Bevölkerung aufnehmen“. Ertug warnte in Bezug auf den Brexit. "Die Versprechen waren falsch. So etwas entsteht, wenn Populisten zündeln."

Arbeitsagenturleiter Thomas Würdinger plädierte dafür, den hohen Standard der Ausbildungsabschlüsse in Deutschland beizubehalten und ihn nicht im Wege einer internationalen Angleichung zu senken. Über ihre Erfahrungen der von der Berufsschule organisierten Auslandsaufenthalte berichteten fünf ehemalige und aktuelle Berufsschüler. „Durch Auslandsaufenthalte wird man offener und flexibler“, sagte unter anderem Adriane. Sie war in London, Paris und Granada. Matthias, Rainer, Frederik und Omar berichteten über Aufenthalte in Tschechien, Polen und Kroatien. Videogrußbotschaften zum Europatag sendeten Staatsminister Georg Eisenreich und vbw-Geschäftsführer Bertram Brossardt. Moderator war Studiendirektor Michael Bäumler.

 

Quelle: www.onetz.de am 08.10.2018

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