Pressebericht

Weichen gestellt. Bayerisch-tschechischer Bahngipfel

Zwei Monate vor der Bundestagswahl setzt der Bundesverkehrsminister ein Signal: Die einst stillgelegte Bahnstrecke München-Prag feiert ein Comeback - Alexander Dobrindt (CSU) wird in den vordringlichen Bedarf aufnehmen. Europa-Abgeordneter Ismail Ertug (SPD) drängt zur Eile.

(jrh/exb) Für den Amberger Europa-Abgeordneten Ertug ist die gute Neuigkeit nur noch eine kleine Überraschung: "Wenn Joachim Herrmann und Alexander Dobrindt kurz vor der Wahl zum ersten bayerisch-tschechischen Bahngipfel kommen, haben sie auch was zu verkünden." Ertug ist als EU-Experte und Vertreter der Oberpfalz aufs Podium geladen - er hatte die "Leitlinien zu den transeuropäischen Verkehrsnetzen" mitgestaltet. Ertug empfahl dem Minister, jetzt schnell einen Förderantrag zu stellen: Von den 25,7 Milliarden Euro, die bis 2020 im Fördertopf sind, sind 90 Prozent bereits vergeben."

In Furth im Wald (Kreis Cham): hatte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte zum 1. bayerisch-tschechischen Bahngipfel geladen. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte eine in der Region lang ersehnte Nachricht im Gepäck: Der Ausbau der Bahnstrecke von München nach Prag über Furth im Wald rückt im Bundesverkehrswegeplan nun doch in den vordringlichen Bedarf. Die Finanzierung sei gesichert, sagte Dobrindt.

Zuvor hatte Hermann betont, dass beide Bahnverbindungen zwischen der Tschechischen Republik und Bayern gleichzeitig ausgebaut werden sollten. Für die Strecke Nürnberg über Marktredwitz (Kreis Wunsiedel) nach Prag seien die Vorplanungen zum Teil abgeschlossen. Der Weg von München über Cham und Furth im Wald in die tschechische Hauptstadt - die sogenannte Metropolenbahn - stand bisher hinten an; wurde im Bundesverkehrswegeplan nur in die zweithöchste Kategorie "potenzieller Bedarf" eingestuft. Hermann erklärte das für unzureichend und forderte vom Bund größere Anstrengungen beim Ausbau nach Böhmen.

Die tschechische Seite, vertreten durch Verkehrsminister Dan (T)ok, pocht seit längerem auf die Verbindung über Furth im Wald und machte diese Position auch beim Bahngipfel deutlich. Die Strecke müsse durchgehend elektrifiziert und die Fahrtzeit deutlich verkürzt werden, forderte er. Zugleich merkte (T)ok an, dass man auf tschechischer Seite mit dem Ausbau schon weiter sei.

Beim Bahngipfel wurde deshalb eine Studie vorgestellt, die Bayern und Tschechien gemeinsam in Auftrag gegeben hatten. Sie zeigt: Der Ausbau der Strecke München - Prag mit einer Fahrzeitverkürzung von sechs auf knapp vier Stunden ist möglich - kostet aber für die gesamte Strecke 2 bis 2,5 Milliarden Euro. Es ist auf bayerischer Seite eine Elektrifizierung der Strecke zwischen Regensburg und der Grenze notwendig. Ebenso hält die Studie einen zweigleisigen Ausbau des Abschnittes zwischen Schwandorf und der Grenze für erforderlich.

Quelle: Onetz am 26.07.16

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