Pressebericht

Werbung für die EU

Das Vereinigte Königreich will austreten. Länder wie Polen und Ungarn kümmern sich wenig um gemeinsame Beschlüsse. Mit der Bedeutung EU beschäftigt sich eine Veranstaltung der Europaberufsschule.

(sbü) Zur Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit dem Europaparlamentarier Ismail Ertug über das Thema "Wozu ist die Europäische Union gut?" hatte die Friedrich Ebert Stiftung in die Europaberufsschule Weiden eingeladen. Ertug berichtete zunächst von seinen Auslandsreisen in zentralasiatische Länder. Dort werde er immer wiedergefragt: "Warum lasst ihr euch alles kaputtmachen, was ihr erreicht habt?"

Seine Gesprächspartner beziehen sich mit der Frage auf das Aufkommen nationalstaatlicher Strömungen in der EU sowie auf den Brexit. Was Ertug antwortet, berichtete er seinem Vortrag zwar nicht. Aber er wollte mit dieser Erzählung bei den Zuhörern auf eine möglichst hohe Wertschätzung der EU hinwirken, denn: "In vielen anderen Ländern gilt das Recht des Stärkeren."

Mit zahlreichen weiteren Argumenten untermauerte der Europaabgeordnete sein Votum für die EU. Frieden, Einigkeit, "Konflikte nicht mit Waffen auszutragen", freier Personen- und Warenverkehr und ein gemeinsamer Rechtsrahmen standen ganz oben auf der Liste. Längst sei auch erwiesen, dass ein hoher Lebensstandard immer mit einem demokratischen System verbunden sei.

Brexit: Einbußen für alle

In vielen Ländern würden Menschen eingesperrt, nur weil sie ihre Meinung sagten. Demokratie bedeute auch Schutz für Minderheiten. "Was wir hier haben, ist nicht selbstverständlich." Ertug bedauerte die niedrigen Beteiligungen bei den Europa-Wahlen sowie die Entwicklungen in Ungarn und in Polen.

In Bezug auf den Brexit befürchtet Ertug einen "harten Aufschlag, der dem Vereinigten Königreich weh tun wird". In einer Studie des TUI-Konzerns wäre errechnet worden, dass alle 28 Staaten Einbußen im Wirtschaftswachstum hinnehmen müssten. Ertug bat um Vorschläge aus der Zuhörerschaft, vorwiegend Berufsschüler, für notwendige Änderungen und Verbesserungen in der EU. Als Antworten hörte er: "Unnötige Bürokratie abbauen", "alles transparenter gestalten" und "Gesetze nach der Leistungsfähigkeit der einzelnen Länder differenzieren".

Eine Frage war: "Warum bringt Brüssel nicht die Kraft auf, alle Länder zur Aufnahme von Flüchtlingen zu verpflichten?" Ertug verwies auf eine beschlossene "Konditionierung von Verpflichtungen mit finanziellen Zuwendungen aus dem EU-Haushalt". Auch ein Stimmrechtsentzug sei grundsätzlich möglich.

Mit Erasmus ins Ausland

Eine Botschaft in seinem Vortrag war die Aufforderung an die jungen Zuhörer, zur Wahl zu gehen und sich politisch zu engagieren. Am Beispiel der weit verbreiteten Ablehnung der "750-Milliarden-Bankenrettungen" meinte Ertug: "Wenn man sich nicht artikuliert, weiß niemand, dass alle so denken." Abschließend überreichte der Parlamentarier an 30 Teilnehmer des Erasmus-Auslandsfortbildungsprogrammes Teilnehmerzertifikate. Die Auslandsstationen waren Paris, London, Granada und Madrid. Moderator war Manfred Patzelt, Fachbetreuer für Sozialkunde der Europaberufsschule.

 

Quelle: onetz.de am 03.07.2017

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