Pressemitteilung

Autonomes Fahren und Daten

Der Automobilsektor steht vor einem grundlegenden Wandel. Die meisten Automobilhersteller haben bereits angekündigt, ab 2030 vollautonome Fahrzeuge auf die Straße bringen zu können. Allerdings fehlt aktuell ein umfassender rechtlicher Rahmen, damit diese Zukunftstechnologien auch Wirklichkeit werden.

Daher hat Ismail Ertug, verkehrspolitischer Sprecher der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament, bereits 2016 die „Driving Future Platform“ gegründet, um Industrie, Verbände und politische Entscheider zusammenzubringen und die komplexen Fragestellungen zum autonomen Fahren zu diskutieren. Nun wurde in der dritten Veranstaltung das Thema „Autonomes Fahren und Daten: Zugang, Eigentum, Sicherheit“ erörtert.

Für die Europäische Kommission erläuterte Wolfgang Höfs, dass ein europäischer digitaler Binnenmarkt mit flächendeckender und grenzüberschreitender Internetversorgung ein wesentliches Ziel darstellt. Dazu gehören einheitliche Regeln zum Datenschutz, zum Transfer von Daten und zum Zugang für Anbieter für zusätzlichen Diensten. In Kooperation mit den Mitgliedsstaaten soll so der Grundstein gelegt werden für ein „Connected Europe“, in dem autonomes und vernetztes Fahren möglich ist.

Datenschutz

Für die FIA (internationaler Dachverband der Autofahrer) stehen bei der Datennutzung Verbesserungen für die Mobilität im Vordergrund: zum einen kann Mobilität als Dienstleistung auch im Rahmen des öffentlichen Verkehrs ausgeweitet werden und zum anderen können Dienstleistungen am Fahrzeug über Fernwartung oder Früherkennung verbessert werden. Anforderungen an die Gesetzgebung sind hier insbesondere Datenschutz, der keine persönlichen Bewegungsprofile ermöglicht aber gleichzeitig den Zugang für Drittanbieter und Dienstleister ermöglicht und die Verwendung von Daten für Versicherungsfragen regelt.

Die Automobilhersteller (ACEA) betonten, dass die Vernetzung von Autos und die erzeugten Daten eine große Chance bieten, Fahrzeuge sicherer, bequemer und zuverlässiger zu machen. insbesondere durch Navigation, Entertainmentdienste oder Notfall- und Wartungsdienste. Wichtig ist eine Balance zwischen Datensicherheit (vor allem gegen Hacker) und der Zustimmung der Fahrer zur Verwendung und Verarbeitung bestimmter Daten. Für die Zulieferindustrie hingegen, vertreten durch CLEPA, ist der direkte Zugang zu den Fahrzeugdaten oberste Priorität. Ebenso wie FIA sehen die Zulieferer ein großes Potential in der Entwicklung von Anwendungen zur Erweiterung des Fahrzeugs („extended vehicle“).

Aus der Perspektive des Internationalen Transport Forums der OECD stellt sich beim Zugang zu den Daten vor allem die Frage, um welche Daten es sich handelt: Umgebungsdaten (Wetter, Temperatur...), Fahrdaten (Geschwindigkeit, Bremsdaten...) oder fahrerbezogene Daten. Je stärker diese Daten eine Identifizierung der Person ermöglichen, desto stärker muss der Datenschutz ausgeprägt werden.

Stärkere Vernetzung

Zum Abschluss stellte der Europäische Datenschutzbeauftragte (EDPS) die kritischen Punkte aus Sicht der Datenschützer dar. Besonders die zunehmende Indentifizierbarkeit von Nutzern im Zuge der verstärkten Vernetzung von Fahrzeugen, der gesicherte Datenaustausch zwischen Fahrzeugen und Umwelt sowie die Kontrolle persönlicher Daten.

Fazit: Gewährleisten, dass der Nutzer selbst entscheiden kann, welche Daten im Fahrzeug gesammelt werden und an wen sie gegebenenfalls weitergegeben werden dürfen. Es muss zudem ein Rahmen dafür geschaffen werden, dass die Datenspeicherung und die Datenübertragung entsprechend sicher gegen Hacker und unbefugte Zugriffe sind. Mit einem soliden rechtlichen Rahmen kann mithilfe der erhobenen Daten für alle Nutzer ein großer Mehrwert generiert werden: zusätzliche Dienstleistungen in Echtzeit, bessere Fernwartung und Fehlererkennung oder effizientere Mobilität.

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