Pressemitteilung

Schluss mit der Lebensmittelverschwendung!

Parlament fordert Aktionsplan, um Zahl weggeworfener Nahrungsmittel zu reduzieren

Rund 88 Millionen Tonnen Nahrungsmittel landen jedes Jahr EU-weit in der Mülltonne. Dies ist nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern auch unter wirtschaftlichen und ethischen Gesichtspunkten hochproblematisch. So können sich 55 Millionen Menschen in der EU nur noch jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit leisten.

Der SPD-Europaabgeordnete Ismail Ertug unterstützt deshalb einen Initiativbericht zur Verringerung der Lebensmittelverschwendung und zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit, den das Europaparlament in Straßburg am Dienstag, 16. Mai, abstimmt. „Es werden einfach zuviele und noch gute Lebensmittel in den Müll geworfen. Das ist angesichts der Tatsache, dass einige Menschen kaum Geld für eine richtige Mahlzeit haben, paradox und falsch. Es wird Zeit, dass wir hier aktiv werden", so der Amberger Sozialdemokrat.

In dem Initiativbericht fordert das Europäische Parlament die EU-Kommission auf, einen Aktionsplan zu entwickeln, um die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. So soll die Rate der weggeworfenen Nahrungsmittel bis zum Jahr 2025 um 30 Prozent gegenüber 2014 fallen und bis zum Jahr 2030 um 50 Prozent. Hierfür muss vor allem beim Verbraucher angesetzt werden.

So wird über die Hälfte des Lebensmittelmülls in privaten Haushalten verursacht. 173 Kilogramm pro Jahr entfallen dabei auf jeden EU-Bürger. „Wenn wir die Verbraucher_innen besser aufklären, wie sie Lebensmittel richtig lagern und wie lange sie wirklich haltbar sind, dann können wir diese immense Lebensmittelverschwendung sicherlich mindern. Dafür braucht es aber eine klare Regelung bei der Lebensmittelkennzeichnung", so Ertug und ergänzt "auch beim Handel müssen wir ansetzen. Es darf nicht sein, dass Lebensmittel wegen ihrer Größe oder Form schon vor dem Verkauf aussortiert werden oder nicht verkaufte werden, aber noch genießbare Produkte im Müll landen."

"Deshalb rufen wir die Mitgliedstaaten dazu auf, steuerliche und lebensmittelrechtliche Anreize für Lebensmittelspenden zu schaffen“, so Ertugs Kollegin, Susanne Melior, ebenfalls Mitglied des Ausschusses für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit."Darüber hinaus könnten durch innovative Technologien bei der Verpackung oder bessere Lagerbedingungen die Verluste verringert werden“, so Melior weiter.

Die Mitgliedstaaten sollen zudem bis Ende 2017 eine gemeinsame Definition für Lebensmittelverluste und ein einheitliches Verfahren zur ihrer Erfassung entwickeln. Auf dieser Grundlage sollen die Mengen des Lebensmittelabfalls besser kontrolliert und reduziert werden.

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