Pressebericht

Endres auf Tour im Landkreis Schwandorf

Die Vorsitzende der bayerischen SPD, Ronja Endres, war am Samstag während ihrer Sommertour zu Gast im Landkreis. Gemeinsam mit Altlandrat Hans Schuierer (SPD) und Vertretern der SPD-Kreisvorstandschaft sowie der SPD-Fraktion im Kreistag besuchte sie das Franziskus-Marterl im Taxöldener Forst, in den 80er-Jahren der sonntägliche Treffpunkt der WAA-Gegner.

Dort ging Schuierer darauf ein, wie sich nach anfänglicher Freude, weil eine Fabrik mit vielen Arbeitsplätzen entstehen sollte, Widerstand gegen das Vorhaben formiert hat – und wie die Ablehnung dieses Projektes durch die Bevölkerung letztlich dafür sorgte, dass die Bauabsicht aufgegeben wurde.

Erstmals habe er 1979 in einer Zeitung gelesen, dass in der Oberpfalz eine Atomfabrik gebaut werden solle. Es war dabei die Rede von 3600 neuen Arbeitsplätzen, ein enormer Gewinn für den von Arbeitslosigkeit geprägten Landstrich. Doch als immer deutlicher ans Licht kam, wie gefährlich der Betrieb der geplanten Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) ist, habe er sich vom Befürworter zum Gegner gewandelt. Der Streit zwischen Befürwortern und Gegnern der WAA zog laut Schuierer einen tiefen Riss durch die Gesellschaft, Familien wurden gespalten und Freundschaften gingen zu Bruch. Schuierer ging auch darauf ein, welche Probleme er persönlich zu bewältigen hatte, weil er den Weisungen staatlicher Stellen nicht fraglos folgte. So sei ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet worden.

WAA ist ein Lehrbeispiel             

Letztlich wurde durch die Betreibergesellschaft DWK das Vorhaben, die WAA zu errichten, aufgegeben, so Schuierer. Die Sache habe im Nachhinein auch ihre guten Seiten gehabt, sagte er. Viele neue Betriebe konnten angesiedelt und Arbeitsplätze geschaffen werden. Schuierer abschließend: „Die geplante und dann nicht realisierte WAA bei Wackersdorf ist ein Lehrbeispiel, was in der Demokratie und im Rechtsstaat nicht passieren darf. Es ist aber auch ein Lehrbeispiel dafür, was in einer Demokratie zu verhindern ist.“

SPD-Vorsitzende Endres zeigte sich tief beeindruckt von den Ausführungen des Altlandrats, insbesondere auch von seiner Courage. Und Peter Wein, Kreisvorsitzender der SPD, sagte: „Dank des überaus engagierten Einsatzes von Altlandrat Hans Schuierer beim Widerstand gegen die geplante Wiederaufarbeitungsanlage im Taxöldener Forst und der maßgeblich von Altlandrat Volker Liedtke geprägten Entwicklung des Oberpfälzer Seenlands ist es gelungen, den Landkreis Schwandorf vom Sorgenkind zu einem wirtschaftlich und touristisch erfolgreichen Lebensraum zu formen“.

Auf Nachfrage bezog Endres Stellung zum aktuellen Thema der weiteren Nutzung der Atomenergie. Sie findet die Diskussion „traurig“. Anscheinend habe die CSU, habe die Bayerische Staatsregierung, aus der Vergangenheit nichts gelernt. Zweifelsfrei sei durch den Krieg in der Ukraine bezüglich der Energieversorgung eine schwierige Situation entstanden. Aber die weitere Nutzung der hochgefährlichen Atomenergie helfe hier nicht weiter. Dass die CSU nun auf Atomenergie setzen wolle, solle nur kaschieren, dass sie sich in der Vergangenheit nicht ausreichend um eine gesicherte Versorgung gekümmert habe.

Die Info-Tour der SPD wurde am Murnersee fortgesetzt, wo Altlandrat Volker Liedtke die inzwischen um MdEP Ismail Ertug (SPD) erweiterte Runde begrüßte. 1982, so Liedtke, wurde der Braunkohletagebau im Bereich des Seenlands eingestellt. Ab da galt es, ein Konzept für die überwiegend aus künstlichen Seen bestehende Landschaft zu entwickeln. 1997 wurde deshalb der Zweckverband „Oberpfälzer Seenland“ gegründet, dem neben dem Landkreis und dem Bezirk noch acht Kommunen angehören.

Zweckverband Oberpfälzer Seenland ist ein Erfolg

Nach anfänglicher Skepsis verschiedener Beteiligter sei – auch aufgrund finanzieller Unterstützung durch die Europäische Union – aus dem Oberpfälzer Seenland eine touristische Attraktion mit verschiedensten Freizeitangeboten geworden. Das Projekt zeige, wie wichtig eine engagierte Strukturpolitik für den ländlichen Raum ist. Endres bewertete es als großartig, was dem maßgeblich von Altlandrat Liedtke auf den Weg gebrachten Zweckverband hinsichtlich der touristischen Erschließung und Nutzung des Gebietes gelungen sei.

 

Mittelbayerische Zeitung vom 18.07.2022

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