Pressebericht

Ertug nach Wahldesaster: "Die Groko frisst uns auf"

Ismail Ertug (43) brauchte sich um sein Mandat nach der ersten Hochrechnung zwar keine Sorgen machen. Wenn die SPD ihr Ergebnis auch fast halbierte - Platz zehn auf der bundesweiten Liste der Sozialdemokraten reichte ihm noch für den Wiedereinzug ins Europaparlament.

Freuen allerdings konnte sich der Amberger nicht. "Wir haben die Wahl verloren, ganz klar. Und die Wahlgewinner sind die Grünen, denen gratuliere ich ganz herzlich", sagte er am Sonntag kurz nach 18 Uhr in der SPD-Geschäftsstelle in der Seminargasse. Zusammen mit einer Handvoll Genossen analysierte er die eintrudelnden Zahlen und wiederholte seine Kritik an der Entscheidung von 2018, erneut eine Große Koalition mit CDU/CSU einzugehen.

"Die SPD ist in der Groko auf verlorenem Posten. Es zeigt sich wieder mal, dass die gute Politik der SPD-Minister sich nicht auszahlt", sagte Ertug. "Am Ende des Tages muss man einfach sagen, dass die Regierungsbeteiligung der SPD für das Land gut ist, aber für die Partei schlecht ist. Die Groko frisst uns auf." Ertug will die Schuld aber nicht auf Parteivorsitzende Andrea Nahles schieben: "Heute Abend keine Personaldebatten. Wir haben schon so viele Parteivorsitzende verschlissen. Die Weichen für das heutige Ergebnis wurden ja schon lange vor Nahles gestellt." Da ging der stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende Achim Bender schon einen Schritt weiter. "Ich halte Nahles agieren für nicht sehr glücklich. Ich glaube es wird Veränderungen geben in der Parteiführung."

 

Quelle: www.onetz.de am 26.05.2019

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