Pressebericht

Ertug: Zertifikat für den europäischen Tourismus

Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmendenfragen tauscht sich mit Europaabgeordnetem der SPD aus

Bei einem virtuellen Austausch mit der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmendenfragen (AfA) des SPD-Unterbezirks hat EU-Abgeordneter Ismail Ertug eine europäische Tourismuszertifizierung angeregt: Er wolle sowohl gewisse Kriterien für Unterkünfte als auch bestimmte Hygienestandards zum Schutz der Reisenden gemeinschaftlich festlegen. Ziel des Zertifikats wäre es, das Vertrauen in den Tourismus zu stärken und den Bürgern der EU Verunsicherung zu nehmen. Gleichzeitig würde damit die Tourismusbranche am Laufen gehalten werden. 

Weitere Themen waren laut den Vorsitzenden der AfA Meike Gras und Eric Tylkowski der menschenunwürdige Umgang mit den osteuropäischen Saisonarbeitskräften sowie die Situation der Geflüchteten auf der griechischen Insel Lesbos. Zu Fragen der osteuropäischen Saisonarbeitskräfte habe Ertug selbst Initiative ergriffen und am 22. April an die Minister Seehofer und Klöckner einen Brief versandt – Ziel seien gleiche Arbeitsbedingungen für alle, ganz egal wo sie herkommen. Bis heute habe er keine Antwort auf seinen Brief erhalten. Auch bei der Lösung der Situation der Geflüchteten auf den griechischen Inseln hätten konservative Politiker wie Seehofer eine menschenwürdige und angemessene europäische Reaktion blockiert. "Für Kinder und Menschenleben haben wir keine Ressourcen, aber für die Spargelernte schon. Dafür habe ich kein Verständnis", kritisiert der Europaabgeordnete. 

Ertug habe sich durchaus zufrieden mit den Prozessen gezeigt, die nun in der EU in Gang gesetzt wurden: "Wir haben viel Koordinierung und Standardisierung hinbekommen. Sei es mit Krankentransporten und dem Austausch von Beatmungsgeräten im Besonderen oder der Entwicklung gemeinsamer Leitlinien zur Sicherheit und Gesundheit im Allgemeinen". Zu Beginn der Krise seien die Schwierigkeiten einer abgestimmten europäischen Zusammenarbeit dennoch deutlich zu Tage getreten und viele Mitgliedsstaaten hätten sich reflexartig in nationale Alleingänge zurückgezogen. Nun zeige sich aber, dass die EU in den letzten Wochen viel dazugelernt habe. "Wir haben gesehen, dass wir Europäer solidarisch sind und bereit, uns gegenseitig zu helfen", so Ertug. Auch für die Zeit nach der Krise stünden die Gelder bereit. "Wir wollen gemeinsam in die Zukunft und müssen nun schauen, dass alle Staaten die Möglichkeit bekommen, Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken", erklärt der Parlamentsabgeordnete. Die deutsch-französische Initiative für einen 500 Milliarden schweren Wiederaufbauplan stelle dafür eine gute Möglichkeit dar. 

 

Quelle: pnp.de vom 10.06.2020

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