Pressebericht

Für Willi gab’s die Willi-Brandt-Medaille

Willi Waldhauser aus Riedlhütte ist seit 50 Jahren bei der SPD

Riedlhütte. Beim Ehrennachmittag des SPD-Ortsverbands St. Oswald-Riedlhütte im Gasthaus zum Wichtl wurde Ehrenvorstand Willi Waldhauser mit der Willi-Brandt-Medaille ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Europaabgeordneter Ismail Ertug.

Seit 50 Jahren ist Waldhauser SPD-Mitglied. "Die Sozialdemokratie hat sein politisches Leben maßgeblich geprägt. Er hat stets für Toleranz, Respekt und das friedliche Zusammenleben gekämpft", sagte Ertug. Willi Waldhauser sei der beste Beispiel für ehrenamtlichen Einsatz. "Ihm waren immer die Belange der kleinen Leute wichtig". 36 Jahre sei Waldhauser Gemeinderat gewesen. "Er war eine Führungsfigur. Seine Stimme hatte Gewicht."

Er habe auch als Bürgermeister kandidiert und ein sehr gutes Ergebnis eingefahren. Den Ortsverband habe er als Vorsitzender zu großer Stärke geführt. An seinem 60. Geburtstag im März 1999 sei er deshalb zum Ehrenvorsitzenden ernannt worden. "Aber auch mit 80 Jahren ist der Willi noch äußerst engagiert in der SPD-Arbeitsgruppe 60 plus", lobt der Europaabgeordnete. "Waldhauser hat die soziale Gemeinschaft gelebt. Er ist ein würdiger Träger der Willi-Brandt-Medaille".

Zuvor hatte sich Andreas Waiblinger, SPD-Bürgermeisterkandidat für St. Oswald-Riedlhütte, vorgestellt. Dem 41-Jährigen liegen vor allem das liebens- und lebenswerte Wohnen für Familien am Herzen. Sich vor allem um die Kinder, die kleinsten Gemeindebürger, zu kümmern, sei für die Zukunft der Gemeinde wichtig.

Festredner Ismail Ertug thematisierte in seinem Vortrag aktuelle Themen. Seine Kernaussage: Europa sei wichtig für den Frieden und müsse sich für diesen Staatenverbund einsetzen. "Nehmen wir unseren Willy Brandt, der einst sagte: Lasst uns ein Volk guter Nachbarn sein nach innen und außen."

Kritische Worte fand der Europaabgeordnete zur Europawahl. So seien die EU-Räte nicht ganz ehrlich gewesen, als sie erklärten, sie könnten kein Parlament bilden und Ursula van der Leyen zur Komissionspräsidentin ernannten. Die Kandidatur von Spitzenkandidat Frans Timmermanns sei regelrecht "zerschossen" worden. "Timmermanns war lediglich einen halben Tag im Gespräch", monierte der Referent.

Zum "Brexit" stellte Ertug die Frage: "Wie schafft man es, jemandem glaubhaft rüberzubringen, dass eine Nation alleine stärker sein soll?" und bekam dafür Applaus von seinen Parteigenossen. Als eigentlichen Auslöser für die Brexit-Diskussion nannte er das Referendum von James Cameron. Folgen des Brexit für die Briten seien Wohlstandsverlust, der Wertverlust des britischen Pfunds und marktwirtschaftliche Einbrüche durch das Ausscheiden aus dem EU-Binnenmarkt. "Die Briten werden künftig wie ein Drittland behandelt werden", kündigte der Europaabgeordnete an.

Dabei sei heutzutage der Wunsch nach Sicherheit und Stabilität größer denn je. "Es sind schräge Zeiten, in denen Politiker nicht mehr ‘nur’ bedroht, sondern erschossen werden." Viele würden deshalb dem Gedanken verfallen, dass früher alles besser gewesen sei. Ismail Ertug sieht den Rechtsextremismus als Gefahr. Er kritisiert, dass Probleme groß gesprochen, gar herbeigeredet würden, aber keine Lösungen angeboten würden. Bei den Populisten gebe es nur schwarz oder weiß. Das sei falsch. "Wir leben in einer buntem Welt, da gibt es nicht nur schwarz oder weiß, sondern auch Grautöne."

Ertug appellierte an die Versammlung, offen und ehrlich nach den Gründen zu suchen. Die Gesellschaft baue auf bestimmten Werten auf. Nur als Einheit habe Europa ein Chance, gegen Weltmächte wie China oder die USA zu bestehen. Probleme wie Digitalisierung, die Wohnungslage in den Städten sowie umweltschädliche Emissionen müssten gemeinsam angepackt werden.

Der deutschen Sozialdemokratie bescheinigte er international eine große Deutungshoheit. Deshalb habe er keine Angst vor den Kommunalwahlen im nächsten Jahr. "Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken", empfahl Ertug den Genossinnen und Genossen abschließend.

Zusammen mit Ortsverbandsvorsitzendem Josef Tauscher, der zu dem Ehrennachmittag eingeladen hatte, und Bürgermeisterkandidat Waiblinger ehrte der Europaabgeordnete langjährige Mitglieder für 55,50, 45, 40, 33, 30, 25 und 10 Jahre. Neu in die Partei aufgenommen wurden Maria Straßer, Michael Großmann, Sebastian Schober und Lukas Krodinger.

Weiterlesen: Passauer Neue Presse vom 14.11.2019

 

Alle Presseberichte

Newsletter

Sie wollen über aktuelle europäische Themen und meine parlamentarische Arbeit regelmäßig informiert werden? Hier können Sie sich für meinen monatlichen Newsletter anmelden.