Pressebericht

Kaum Aussichten auf günstigere Energie: EU-Kommission lehnt europäischen Industriestrompreis ab

Ein europaweiter Industriestrompreis wäre ein Befreiungsschlag für viele Branchen. Doch Brüssel sperrt sich. Die betroffenen Unternehmen geben nicht auf.

Die Antwort von EU-Energiekommissarin Kadri Simson auf eine Frage des Europaparlamentariers Ismail Ertug (SPD) ist eindeutig: Eine Regulierung des Strompreises für Industriekunden sei „nach dem EU-Energierecht ausdrücklich verboten“, heißt es in dem Schreiben der Kommissarin, das dem Handelsblatt vorliegt.

Ertug hatte wissen wollen, wie sich die EU-Kommission zur Frage eines europäischen Industriestrompreises positioniert. Ein solcher könnte günstigere Energiepreise für bestimmte Industrien ermöglichen. Die Haltung der Kommissarin dazu ist aus Ertugs Sicht enttäuschend. „Diese rigorose Ablehnung eines Industriestrompreises birgt Sprengstoff. Am Ende geht es um die Wettbewerbsfähigkeit ganzer Branchen“, sagte Ertug dem Handelsblatt.

Das Strompreisniveau sei für klassische Industrieunternehmen, aber auch beispielsweise für Halbleiterhersteller von entscheidender Bedeutung. In Deutschland und anderen europäischen Ländern sei es zu hoch.

Ertrug sagte: „Die Unternehmen in Europa müssen dazu in der Lage sein, gegen Konkurrenten mit einem ganz anderen Strompreisniveau bestehen zu können. Ein europaweit regulierter Industriestrompreis wäre die richtige Antwort.“

Das Thema treibt ganze Branchen um, etwa die Chemieindustrie. Ein Industriestrompreis stelle „ein effizientes Instrument zur dauerhaften Wahrung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit“ dar, heißt es in einem Positionspapier des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI).

Ohne Entlastungen sieht der VCI wachsende Gefahren für die Unternehmen: „Die deutsche Industrie sieht sich seit Jahren mit steigenden Strompreisen konfrontiert, die die internationale Wettbewerbsfähigkeit zunehmend gefährden“, heißt es in dem Papier weiter. Das hohe Strompreisniveau in Deutschland ist schon lange ein Thema. Das gilt für private Verbraucher und Unternehmen gleichermaßen.

 

Handelsblatt.de vom 11.06.2021

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