Pressebericht

Vom Stolz, Sozialdemokrat zu sein

SPD bekommt erneut prominente Unterstützung und zeigt klare Kante gegen Rechts. Besondere Ehrung für Hermann Bösl

Waldmünchen.Ismail Ertug kommt viel herum in diesen (Wahlkampf)Tagen. Dass der SPD-Europaabgeordnete trotz vollen Terminkalenders den Waldmünchner Genossen sowohl zu deren Auftakt- als auch Schlussveranstaltung zur Seite steht, dürfen diese zurecht als große Wertschätzung sehen.

Doch Ertug war nicht nur da, er hatte auch einige Botschaften im Gepäck. Zum einen die, dass Bürgermeisterkandidat Manfred Ruhland einer sei, der diese Region nach vorne bringen könnte. Er wisse aus vielerlei Erfahrung, dass eine Menge Politiker „reden können, ohne viel zu sagen“. Das sei hier definitiv anders. Ruhland würde sich nicht zu jedem Thema zu Wort melden, wenn aber, „dann hat das Hand und Fuß“. Der Abgeordnete aus Amberg zeigte sich jedenfalls beeindruckt von den Visionen, die Ruhland für Stadt habe.

„Im Bett mit Rassisten“

Er selbst habe rund um die Posse in Thüringen nach längerer Zeit wieder den alten Stolz verspürt, SPD-ler zu sein. Wenn es die älteste deutsche Volkspartei nicht gegeben hätte – wobei Ertug ausdrücklich die Grünen und Linken mit ins Boot holte – wer weiß, was aus dem Abenteuer von FDP-Chef Lindner, sich mit Rassisten ins Bett zu legen, geworden wäre, fragte er. Und warnte ausdrücklich vor dem nationalistischen, fremdenfeinlidchen Wahn, den die AfD verbreite. Zur Veranschaulichung zitierte er einige AfD-Politiker, unter anderem mit den Worten: „Das einzige Ticket, das ich einem Flüchtling geben würde, wäre eines nach Auschwitz Birkenau“.

Die Bilder aus Südosteuropa („Da sehen wir einen handfesten Krieg“) mag er schon gar nicht mehr ansehen. „Das sind Menschen, die keiner haben will“, meinte er nachdenklich. Kritik richtete er an die Adresse der EU, die unfähig sei, eine gerechte Lösung zu finden.

Für Deutschland betonte er, dass die SPD ein Garantiepflock der Gesellschaft sei, es brauche eine starke Sozialdemokratie, damit Menschen nicht außen vor blieben. „Wir sorgen uns darum, wie der Pizzabote bezahlt wird und dass die Googles und Amazons dieser Welt auch da Steuern zahlen, wo sie Gewinne erwirtschaften.“

Eingebettet war der Wahlkampfabschluss in die Jahresversammlung, so dass Ortsvorsitzender Stefan Wanninger kurz auf die Aktivitäten 2019 einging. Teils waren sie schon auf die Kommunalwahl ausgerichtet wie die Klausur, allerdings bekannten die SPD-ler traditionell beim Christkindlmarkt, dem Schmücken des Adventsbrunnens oder Vorträgen (etwa zur Grundrente) Farbe.

Mit Blick auf die große Politik meinte er, dass die Wahlen in Hamburg und Leipzig gezeigt hätten, dass die SPD noch Wahlen gewinnen könne. „Grundsätze und eine Grundhaltung zu bewahren sind wichtig“, meinte er. „Würden sich mehr daran halten, wäre vieles zu verhindern.“

Dann musste Wanninger das Rednerpult allerdings frei geben, denn auch er wurde für lange Treue zur SPD geehrt. Dabei gäbe es noch „eine Menge Gründe mehr“, lobte sein Vorgänger Manfred Ruhland. „Du machst den Job gut, danke dafür und überhaupt alles!“. Wanninger habe sich vom ersten Besuch eines Ortsvereinstreffens „voll ins Geschirr gelegt“ und engagiert sich seit 2008 bereits im Kreisvorstand.

In der Gewerkschaft verankert

Hermann Bösl, „treue Seele“, jahrzehntelanger Beisitzer und „Urgestein“, wurde für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt. „So muss ein echter Sozialdemokrat sein, in der Gewerkschaft fest verankert“, attestierte Stefan Wanninger. Bösl selbst betonte, dass „wir es nicht leicht haben, aber aufrecht stehen.“ Er jedenfalls sei stolz, dass er Sozialdemokrat sei „und I bleib’ einer, bis I sterb’.“

Die Dritte im Bunde, Johanna Hendl, konnte krankheitsbedingt nicht anwesend sein. Statt die Urkunde nebst Nadel für 25 Jahre aber ihrem Mann Karl-Heinz mitzugeben, wird Stefan Wanninger dem treuen Mitglied und der langjährigen Revisorin persönlich einen Besuch abstatten. „Bei dem Engagement...“

Ärger über CDU/CSU

Manfred Ruhland nutzte das Forum, kurz auf den Wahlkampf zurückzublicken. Dieser sei optisch und inhaltlich sehr gut angekommen, bilanzierte er. Und wenn der städtische Haushalt nicht zum Hurraschreien sei, solle man das sagen dürfen, fand er.

Das Thema Grundrente treibe ihn schon länger um, dass und wie die CDU/CSU dieses Gerechtigkeitsthema torpediere, ärgere ihn maßlos. Wenn nämlich die Grundrente höher ist als die „normale“, spare sich auch der Bezirk Kosten. Fakten wie diese zu verschweigen und gleichzeitig ein Finanzierungsproblem zu konstruieren sei ein Schlag ins Gesicht all deren, die dieses Land groß gemacht haben.

Auch er ging auf die Ministerpräsidentenwahl Anfang Februar in Thüringen ein, die „gezeigt hat, um was es der AfD geht“. Die Parallelen zu 1924 und 1930 seien erschreckend. Deshalb sei es wichtig, dass diesen Faschisten aus der Mitte heraus der Boden entzogen wird. Für die SPD jedenfalls gelte: Keine Stimme den Rechten und kein Fußbreit den Faschisten.

Quelle: mittelbayerische.de vom 07.03.2020

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