Pressebericht

Warum das Laden von E-Autos teurer wird - und wie man trotzdem spart

Mehrere große Anbieter planen oder haben Preiserhöhungen schon umgesetzt. Schmilzt der Kostenvorteil der sauberen Mobilität? Womit man am günstigsten lädt.

Die Preise für herkömmliche Kraftstoffe an den Zapfsäulen sind zum Jahreswechsel zwar einigermaßen stabil geblieben, allerdings auf hohem Niveau. Das hat verschiedenste Gründe: höhere CO2-Bepreisung, teures Öl. Doch der wichtigste betrifft mehr als nur die fossilen Brennstoffe.

Denn die Preise für Energie steigen seit Monaten insgesamt. Heizen, Strom- und Gasversorgung, überall kennt der Trend nur eine Richtung - nach oben. Damit könnte der Kostenvorteil für E-Autos schrumpfen, Diesel und Benziner für manchen wieder attraktiver werden.

Bleibt das so? Und lohnt es sich dann noch, ein E-Auto anzuschaffen? Wir klären die wichtigsten Fragen.

Warum wird der Strom für E-Autos teurer?

Zwei Gründe: Einerseits wird Energie auf dem Weltmarkt aktuell praktisch konstant immer teurer. Die Preise seien auf einem "nie da gewesenen Niveau", heißt es beim Ladesäulen-Anbieter Fastned. Und: Viele Anbieter sind beim Ausbau der Netze quasi in Vorleistung gegangen, haben Milliarden für die Ladeinfrastruktur investiert - und wollen diese Ausgaben nun wieder reinholen. So begründet zumindest EnBW die jüngste Preissteigerung.

Wie viel teurer wird's denn?

Auch das hängt von verschiedenen Faktoren ab: dem Anbieter und der Art der Ladegeschwindigkeit. Aktuell gibt es in Deutschland rund 3.500 (!) verschiedene Anbieter von Ladesäulen für E-Autos. Viele Ladesäulen stehen entlang der Autobahnen und bieten Schnelladefunktionen an. Das ist dann allerdings meist noch einmal teurer. Laut einer Studie des Hamburger Ökostrom-Anbieters Lichtblick zahlt man bis zu 140 Prozent mehr gegenüber dem Tarif für Haushaltsstrom.

Die meisten Anbieter erhöhten schlicht den Preis pro Kilowattstunde an der Ladesäule. Tesla, wo bisher nur hauseigene E-Autos geladen werden können, verlangt mittlerweile 45 Cent (zuvor 40), nachdem das Laden für Käufer der Autos zunächst kostenlos war. Bei den Anbietern Innogy, Ionity und Allego liegt die Preisspanne zwischen 43 (Standardlader) und 79 Cent (Schnelllader) pro Kilowattstunde. Das sind zwischen fünf und zehn Cents mehr als vorher.

Pro 100 Kilometer (20 Kilowattstunden) zahlen Kunden also zwischen 9 und knapp 16 Euro. Zum Vergleich: Für Diesel- (1,58 Euro) und Benzin-Fahrzeuge (1,69) werden auf derselben Strecke zwischen rund 9 und etwa 13 Euro fällig.

Und wo sehe ich, ob ich mehr bezahlen muss?

Das ist einer der größten Kritikpunkte. "Oftmals ist es an der Ladestation nicht möglich, den genauen Preis einzusehen", sagte Ismail Ertug, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der europäischen Sozialdemokraten, dem Spiegel. Das klassische Zapfsäulenbild mit meterhohem Preisaushang gibt es für E-Lädesäulen nicht, manchmal sei überhaupt kein Preis angegeben.

Das soll sich dank eines neuen Gesetzes im Mai 2022 zwar ändern. Und auch Kartenzahlungen sollen ab 2023 überall möglich sein (zumindest in neu gebauten Ladesäulen). Allerdings gibt es so viele Anbieter, dass der Überblick bis dahin schwerfällt. Wer sich entschieden hat, bekommt in der zugehörigen App aber meist den aktuellen Preis angezeigt. Und kann oft auch direkt damit bezahlen.

Wo lädt man das E-Auto am günstigsten?

Zuhause. Wer die Möglichkeit hat, kommt damit bisher meist eindeutig am kostensparendsten weg. Zwar braucht es für das Laden eine passende Ladebox, mit der Steckdose sollte nicht geladen werden. Und die kostet einmalig zwischen 500 und rund 1.000 Euro. Dafür ist der Preis für die Kilowattstunde meist deutlich niedriger als an Ladesäulen.

Lohnt sich ein E-Auto noch?

Das kommt - zumindest bei den Kosten auf die Voraussetzungen bei jedem Nutzer an - und auf die Fahrdistanz. Wer sein Auto zuhause laden kann, womöglich sogar mit Solarstrom vom eigenen Dach, und keine langen Strecken zurücklegen muss, den lassen die aktuellen Preissteigerungen eher kalt.

Teurer wird's für Vielfahrer, weil sie häufiger laden müssen und die meisten E-Autos bei höherer Geschwindigkeit mehr Energie verbrauchen. Allerdings bieten etliche Anbieter Vielladertarife oder Jahresabos an. Und Apps erleichtern die Routenplanung entlang der Ladesäulen des eigenen Anbieters.

Wer also ein wenig rechnet, der kommt womöglich günstiger, in jedem Fall aber ohne CO2-Ausstoß beim Fahren weg. Vielfahrer werden aber womöglich doch noch eine Weile lieber Sprit als Strom tanken.

 

Neue Westfälische vom 18.01.2022

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