Pressemitteilung

"So kann aus der Bologna-Baustelle ein Prestigeprojekt werden"

von Ismail Ertug und Petra Kammerevert | EU-Parlament verabschiedet ehrgeizigen Forderungskatalog, um Hochschulreformen voranzutreiben. | Das Europäische Parlament drängt in einer Entschließung am Dienstag zu weiteren Verbesserungen der europäischen Hochschulpolitik.

"Bildung und Forschung gehören zum Fundament unserer Gesellschaft und sind grundlegend für den Aufbau von Kompetenzen, für Wachstum und Arbeitsplatzbeschaffung. Aus diesem Grund fordern wir mit der Entschließung spürbar größere Investitionen in diese Bereiche", kommentiert der SPD Europaabgeordnete Ismail Ertug, den mit großer Mehrheit angenommenen Bericht über den Fortgang des Bologna-Prozesses.

 

 

Der Reformprozess wurde 1999 etabliert, um einen mittlerweile 47 Staaten umfassenden Europäischen Hochschulraum zu schaffen. Darin sollen einzelne Studienleistungen sowie Studienabschlüsse in Form des Bachelors und Masters leichter vergleichbar sein, um die Mobilität Studierender und Hochqualifizierter zu erhöhen. Da die Ziele bis 2010 nicht erreicht wurden, wurde der Prozess bis 2020 verlängert. Eine Konferenz im Mai 2015 in Eriwan aller beteiligten Bildungsminister soll bisher Erreichtes evaluieren und die Schwerpunkte für die kommenden zwei Jahre formulieren.

 

 

"Die heutige Entschließung ist die klare Botschaft des Europäischen Parlaments an die Ministerkonferenz, endlich gemeinsam dafür Sorge zu tragen, dass 'Bologna' nicht kleingeredet wird - sondern zum Erfolgsmodell in Europa“, fordert Petra Kammerevert, bildungspolitische Sprecherin der Europa-SPD. „Wir benötigen dringend breitere Zugänge zu höherer Bildung und dauerhafter Weiterbildung. Die Nachfrage nach hochqualifizierten Beschäftigten kann in der EU schon jetzt nicht ausreichend befriedigt werden. Diesen Trend müssen wir unbedingt aufhalten.", so Kammerevert weiter.

 

 

Zu oft werde die ursprüngliche Idee der Reform aus den Augen verloren. "Das Europäische System zur Anrechnung von Studienleistungen und der darauf aufbauende Punkteerwerb im Studium sollen Studierenden helfen, ihre akademischen und außerschulischen Leistungen zusammenzufügen. Die nationale und regionale Umsetzung der Reform grenzte bislang jedoch teilweise an Gängelei der Studierenden, die häufig in ein viel zu starres Lernkorsett eingezwängt wurden", erläutert Petra Kammerevert.

 

 

"Es kommt darauf an, mehr Möglichkeiten für Mobilität zu schaffen und flexiblere Lernmodelle einzuführen, mit denen Innovation, Kreativität, berufliche Bildung, duale Bildung und unternehmerische Initiativen im Hochschulbereich gefördert werden.", so Ertug und Kammerevert abschließend.

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