Pressemitteilung

Wissen, was auf dem Teller landet!

Europaparlament fordert eine Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel

„Es sollte selbstverständlich sein, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher wissen, woher ihr Fleisch stammt, welches später auf dem Teller landet. Deshalb brauchen wir nicht nur eine Kennzeichnungspflicht für das Rindersteak, sondern auch für das verarbeitete Fleisch in der Lasagne", so der Amberger SPD-Europaabgeordnete Ismail Ertug. 

Über 90 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher erachten laut einer Umfrage die Herkunftsangabe von Fleisch für wichtig. Deshalb hat das Plenum des Europäischen Parlaments heute über eine Resolution zur verpflichtenden Angabe des Herkunftsortes aller Milch- und Fleischprodukte abgestimmt. Die EU-Kommission wird in dieser Entschließung aufgefordert, tätig zu werden. Sollte sie Gesetzesvorschläge vorstellen, wird sich das Parlament erneut mit dem Thema beschäftigen.

Für frisches Rindfleisch und seit April 2015 auch für frisches Fleisch von Schwein, Geflügel, Schaf und Ziege muss angegeben werden, in welchem Land die Tiere aufgezogen und geschlachtet wurden. Diese verpflichtenden Angaben gelten allerdings bisher nicht für Fleisch in weiterverarbeiteten Produkten wie Bolognesesauce oder Pizza.

Ertugs Kollegin Susanne Melior, SPD-Europaabgeordnete und Mitglied des Ausschusses für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit im Europaparlament erteilt den Argumenten der Konservativen eine klare Absage, die eine immense Kostensteigerung bei den Produkten voraussagen: "Die Mehrkosten für Verbraucher sind marginal. Die Kollegen der CDU wollen dem mündigen Verbraucher keine Entscheidungsgrundlage geben. Ihre Vorschläge zielen darauf ab, dass die Verbraucher im Dunkeln gelassen werden über die Herkunft der Inhaltsstoffe."

"Die freiwillige Angabe durch die Lebensmittelhersteller reicht uns nicht. Das wäre wieder ein Flickenteppich bei den Kennzeichnungsvorschriften. Zur Lebensmittelsicherheit gehört Klarheit!", so Ertug und Melior abschließend.

Hintergrund:

Im Mai 2015 hatte die EU-Kommission einen Bericht vorgelegt, in dem die Möglichkeiten für die Herkunftsangaben von Milch und Milchprodukten sowie von Fleisch, das nicht von Rindern, Schweinen, Schafen oder Ziegen stammt, untersucht wurden. Ein weiterer Bericht untersucht die Möglichkeiten für die Herkunftsangaben von Lebensmitteln, die nur aus einer Zutat bestehen oder deren Hauptzutat mehr als die Hälfte des Lebensmittels ausmacht.

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